+ Bericht vom Scanathon 2018

Am Freitag, den 8. Juni 2018, herrschte in London, Helsinki und Zürich reges Treiben, als wir unseren allerersten internationalen Scanathon abhielten! Wir beschlossen zu feiern Internationalen Tags der Archive indem wir Archivare und Archivbenutzer einladen, die DocScan mobile App und die ScanTent Gerät, neue Werkzeuge für die Digitalisierung on demand in Archiven.

ScanTents bereit für den Einsatz!

Drei parallele Scanathons fanden statt bei Das Nationalarchiv des Vereinigten Königreichs, die Nationalarchiv von Finnland und das Staatsarchiv Zürich. Die Veranstaltungen wurden von Louise Seaward (University College London), Maria Kallio (National Archives of Finland) und Tobias Hodel (Staatsarchiv Zürich) geleitet. Präsentationen und Digitalisierungsarbeiten fanden an jedem Ort statt, und die drei Archive tauschten sich auch in einem Skype-Call über ihre Fortschritte aus. Das finnische Nationalarchiv war sogar mutig genug, einen Teil der Veranstaltung live auf Facebook zu streamen (Video noch verfügbar - auf Finnisch).

Ist jemand da? Verknüpfung mit anderen Archiven über Skype

An jedem Standort nahmen etwa 20-30 Personen am Scanathon teil. Das Publikum bestand in erster Linie aus Archivaren und umfasste Vertreter prominenter Institutionen wie The British Library und Helsinki City Museum.

Die Zuhörer erfuhren über die Transkribus Forschungsinfrastruktur und das Potenzial der automatisierten Texterkennung zur Transkription und Suche in historischen Sammlungen aller Arten von Sprachen und Daten. Vor allem aber waren sie eingeladen, DocScan und das ScanTent selbst auszuprobieren.

Maria Kallio erklärt das ScanTent im Nationalarchiv von Finnland

DocScan und das ScanTent werden von einem der READ-Projektpartner entwickelt, dem Computer Vision Labor an der Technischen Universität Wien.

Das ScanTent ist ein tragbares Gerät, das das Telefon des Benutzers über einem historischen Dokument hält, eine gleichmäßige Lichtquelle bietet und dem Benutzer die Hände frei lässt, um Seiten umzublättern oder Dokumente zu bewegen. Die Vorteile des ScanTent werden noch größer, wenn es in Verbindung mit der DocScan Mobile App verwendet wird. DocScan erkennt automatisch den Seitenbereich eines Dokuments und gibt in Echtzeit Feedback zur Bildqualität. Außerdem verfügt es über eine Auto-Shoot-Funktion, die jedes Mal ein Foto aufnimmt, wenn eine Seite umgeschlagen wird. Transkribus-Benutzer können Bilder direkt aus DocScan auf die Plattform hochladen und diese Bilder können dann verwendet werden für Training eines automatischen Texterkennungsmodells.

Jedes Archiv stellte mehrere ScanTents neben einer Sammlung von interessantem historischem Material auf. In den National Archives of the UK digitalisierten die Teilnehmer passend zum Thema des International Archives Day Dokumente zur Geschichte des Archivs selbst. Dazu gehörten einige der ersten Vorschriften für das UK Public Record Office aus dem Jahr 1875. Die Teilnehmer des finnischen Nationalarchivs hatten Zugang zu einer Vielzahl von Dokumenten, darunter Papiere zu den Regeln und Festen von Amore Proxim, einer Geheimgesellschaft aus dem späten 18. Jahrhundert. In Zürich konzentrierte sich der Scanathon auf die Digitalisierung von Protokollen des Zürcher Exekutivrats aus dem 18. Jahrhundert, die bereits mit einem Automated-Text-Recognition-Modell in Transkribus erkannt werden können.

Teilnehmer testen die Technologie in den National Archives of the UK

Neben diesem Anwendertest konnten sich die Scanathon-Teilnehmer auch ein Bild von der Mobilität des ScanTent machen, indem sie es auf der NordKette in Österreich in Aktion sahen.

DocScan und das ScanTent befinden sich noch im Prototypenstadium und so war der Scanathon eine perfekte Gelegenheit, um Kommentare zu ihrer Benutzerfreundlichkeit zu sammeln. Die Teilnehmer in jeder Stadt diskutierten die Stärken und Schwächen der einzelnen Tools und bewerteten, wie praktisch sie für die Archivarbeit sind.

Wir haben ScanTents auch an die National Archives of the UK, das University College London, das City Museum of Helsinki und die Universität Basel verschenkt - es wird also noch viel mehr Nutzer-Feedback geben! Dieses Feedback wird vom Entwicklungsteam des Computer Vision Lab an der Technischen Universität Wien aufgegriffen.

Weitere Möglichkeiten, DocScan und das ScanTent kennenzulernen und auszuprobieren, gibt es auf der kommenden Transkribus Anwenderkonferenz diesen November in Wien (Programm und Anmeldedetails folgen in Kürze!).

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