+ Nächste Woche! Panel zur Handschrifterkennung für mittelalterliche Dokumente auf dem Internationalen Mittelalterkongress

Die Aufregung steigt - es ist bald Zeit für die diesjährige Internationaler Mittelalterlicher Kongress in Leeds. Das READ-Projekt wird am Montag, den 3. Juli, vormittags ein Panel präsentieren, um zu zeigen, dass Handwritten Text Recognition sogar auf mittelalterlichen Dokumenten funktionieren kann! Scrollen Sie nach unten für alle Details zum Panel, einschließlich der Abstracts der Vorträge.

Wir veranstalten auch eine separate  Workshop an der Universität von Leeds am Mittwoch, den 5. Juli für alle, die mehr über die Technologie erfahren möchten - bitte mailen Sie Tobias Hodel für Details.

Details zum Panel:

Montag, 3. Juli, 11:15 Uhr, Sitzung Nr. 139. Der digitale Schreiber: Handschriftliche Texterkennung (HTR) mittelalterlicher Dokumente

Abstracts der Vorträge:

Elena Muehlbauer (Diözesanarchiv Passau), Von Tables zu Transkribus. Von der Information zum Wissen. Arbeiten mit Kirchenbüchern. [Änderung des geplanten Programms] 

Das Diözesanarchiv Passau verwahrt mehr als 800.000 Seiten an Kirchenbüchern. Diese Seiten erzählen ihren Lesern von den wichtigen Lebensabschnitten - Geburt, Heirat und Tod - der Katholiken in ganz Bayern und Österreich. Diese Fakten sind höchst aufschlussreich für Genealogen, aber auch für Sozialhistoriker, die die Entwicklung des modernen Lebens verstehen wollen. Mit der Technik, die im Transkribus Plattform können wir nun auf eine Auswahl von Registern zugreifen, die auf eine ganz bestimmte Weise geschrieben sind: Tabellen und Formulare, die den Priestern vom neu gegründeten Staat übergeben wurden. Wir arbeiten derzeit an einer Engine, die automatisch Informationen aus den Wörtern extrahieren wird. Mit Hilfe von Transkribus verwandeln sich Daten in Informationen - und aus Informationen wird Wissen.

Maria Kallio (Nationales Archiv von Finnland), Transkribus und die Archive eines Brigittinerklosters: Digitale Editionen von Naantali-Dokumenten erstellen

Im Sommer 2016 startete das finnische Nationalarchiv ein Projekt, um neue Editionen mittelalterlicher Urkunden aus dem Brigittinerkloster Naantali zu erstellen. Das Ziel des Projekts war es, neue Editionen von 136 Urkunden zu erstellen und sie in digitaler Form in der Diplomatarium Fennicum Datenbank. Da mehrere Forscher an dem Projekt arbeiteten, gab es einen ernsthaften Bedarf an einer flexiblen Plattform, auf der die Zusammenarbeit leicht zu realisieren ist. Da eine fortgeschrittene Transkription, die in Transkribus vorgenommen wurde, als Grundlage für eine digitale Edition verwendet werden kann, entschied sich das Projekt für die Arbeit mit dieser Plattform. Die Präsentation beschreibt den Arbeitsablauf und die Projektergebnisse, ohne dabei die Herausforderungen und Erkenntnisse zu vergessen, die während des Projekts entstanden sind.

Tobias Hodel (Staatsarchiv Zürich), Senden von Briefen aus dem 15. Jahrhundert durch Algorithmen: Testen und Auswerten von HTR mit 2.200 Dokumenten

Ist es möglich, Algorithmen das Lesen mittelalterlicher Handschriften beizubringen? Ist es sinnvoll, das Material von Schülern aufbereiten zu lassen, die gleichzeitig lernen, die gotische Schrift zu lesen? Diese beiden einfachen Fragen legen den Grundstein für eine Diskussion darüber, wie und ob Handschrifterkennung und Mittelalterunterricht miteinander verwoben werden können.

Das Material zur Bearbeitung der Aufgaben besteht aus 2.200 Briefen aus Thun, einer kleinen Stadt in der Schweiz. 120 Dokumente wurden transkribiert und für das Training verwendet. Dabei mussten drei Schwierigkeiten identifiziert werden: unterschiedliche und wechselnde Hände, schwierige Layoutstrukturen und Abkürzungen. Die identifizierten Schwierigkeiten sind typisch für ein solches Unterfangen. Leider sind die Ergebnisse der Erkennung unzureichend und können von Wissenschaftlern nur mit Vorsicht verwendet werden. Die "kleine" Menge an Trainingsmaterial ist ein Grund für die schlechten Erkennungswerte. Durch den Einsatz von Sprachmodellen können die Ergebnisse verbessert werden, wenngleich entscheidende Teile wie Namen und Verben weiterhin nur teilweise identifizierbar bleiben. Gleichzeitig erwies sich die Kombination aus Unterricht und dem Einsatz modernster technologischer Hilfsmittel als fesselnd. Die beteiligten Studenten waren hoch motiviert und begrüßten die Möglichkeit, an einem digitalen Forschungsprojekt teilzunehmen.

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