+ Crowdsourced Digitalisierung mit DocScan

Beim READ-Projekt glauben wir an die Verwendung von Spitzentechnologie, um Menschen beim Studium einer Vielzahl von historischen Dokumenten zu helfen.

Die Computer Vision Labor an der Technischen Universität Wien (einer der READ-Projektpartner) haben die DocScan mobile App für genau diesen Zweck.

Die App erkennt automatisch den Seitenbereich eines Dokuments in Millisekunden und gibt in Echtzeit Rückmeldung über die Qualität des Bildes. Sie verfügt auch über eine Auto-Shoot-Funktion, die jedes Mal ein Bild aufnimmt, wenn eine Seite umgeblättert wird. Sie funktioniert besonders gut, wenn sie zusammen mit unserer ScanTent Gerät (ebenfalls vom Computer Vision Lab entwickelt), das ein Mobiltelefon über einem historischen Dokument festhält und ein freihändiges Scannen ermöglicht.

Das bemerkenswerte Potenzial dieser Werkzeuge wurde auf unserer jüngsten Transkribus Anwenderkonferenz. Dirk Alvermann vom Bibliothek der Universität Greifswald (einer von Die MOU-Partner von READ) präsentierte die Ergebnisse eines Experiments, das sein Team durchgeführt hatte.

Die Idee ist, dass Archivbenutzer mit DocScan und dem ScanTent arbeiten können, um historische Dokumente mit ihrem Mobiltelefon zu digitalisieren und dann die resultierenden Bilder direkt mit dem Archiv zu teilen.

Wie im folgenden Video zu sehen ist, hat die Universitätsbibliothek Greifswald einem Satz von Dokumenten einen QR-Code zugewiesen und die Benutzer aufgefordert, diesen Code mit der DocScan-App zu scannen, bevor sie mit der Digitalisierung der Dokumente begannen. Sobald die Bilder mit DocScan und dem ScanTent gescannt waren, wurden sie in unser Transkribus Plattform und wurden zur Ansicht und Transkription in der Transkribus Web-Oberfläche verfügbar. Die Bibliothek war dann in der Lage, Links in ihrem digitalen Repository zu erstellen, die archivische Metadaten mit den digitalisierten Bildern auf Transkribus Web verbinden. Eine zukünftige Version von DocScan wird es einfacher machen, Bilder direkt in Archivsysteme einzubinden.

Dirk Alvermann betonte, dass dieser Arbeitsablauf für kleine Archive, denen es an finanziellen Mitteln für die Digitalisierung fehlt, unglaublich vorteilhaft sein kann. Obwohl nutzergenerierte Inhalte kein Ersatz für eine vollständige Digitalisierungsstrategie sind, haben sie den Vorteil, dass sie neue Ressourcen schaffen und interessierte Archivnutzer ansprechen.

Die DocScan-App steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit. Das ScanTent befindet sich noch in der Entwicklung und wird im Laufe des Jahres 2019 zum Verkauf und zur Vermietung verfügbar sein.

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